Kreuzfahrt: Alles steht still

Auf den Meeren findet ein Wettlauf gegen die Zeit statt, wie ihn die Kreuzfahrtbranche bislang noch nicht erlebt hat. Ob Aida, NCL, MSC, Costa oder Tui Cruises – alle Kreuzfahrtveranstalter holen ihre Gäste zurück. Das Coronavirus zwingt nach und nach sämtliche der etwa 400 Schiffe der weltweiten Flotte, in einen Hafen einzulaufen. Doch diese schließen einer nach dem anderen. Und weil immer mehr Linienflüge eingestellt werden, müssen die Veranstalter Flugzeuge chartern – Kapazitäten sind ja nun reichlich vorhanden. Doch selbst dann steht die Rückreise unter Vorbehalt. So liegt aktuell die Aida Mira mit rund 1300 Passagieren im Hafen von Kapstadt. Die Flüge sind gebucht, doch Behörden verweigern die Ausreise. An Bord soll es sechs Corona-Verdachtsfälle geben. Alle Passagiere und die Besatzung müssen nun auf die Testergebnisse warten.
“Solch eine Situation hat es noch nie gegeben”, sagt Negar Etminan, die Pressesprecherin von Hapag-Lloyd Cruises. Die Reederei hat mittlerweile fast alle Gäste zurückgeholt. Einzig das Expeditionsschiff Bremen ist noch unterwegs. Es wird als letztes der Hapag-Lloyd-Flotte seine Reise regulär beenden. In Auckland, Neuseeland, steigen die Gäste aus. “Wären wir nicht schon vorher in neuseeländischen Gewässern unterwegs gewesen, wäre der Hafen jetzt zu für uns”, sagt Etminan.
Genau das ist das Problem des Expeditionsschiffes L’Austral der französischen Reederei Ponant, das nach dem Ende der Antarktissaison auf dem Weg nach Norden war. In Montevideo sollten die Gäste von Bord gehen. Doch weder Uruguay noch Argentinien oder Brasilien lassen die schon zweimal auf Corona getesteten Passagiere (alle gesund) und die Crew an Land. Nun macht sich das Schiff auf den Weg über den Atlantik nach Frankreich. Die mehrheitlich französischen und australischen Passagiere nehmen es gelassen – noch, wie von Bord zu hören ist.
Auch die Flusskreuzfahrtschiffe von Nicko, Arosa oder Croisi Europe haben ihren Dienst eingestellt:
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